Seide

Seide

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Die Geschichte zum Material


Seide besticht durch ihre Leichtigkeit und das weiche, schmiegsame Tragegefühl. Das Material ist extrem formbeständig und gehört zu den stärksten Naturfasern – das macht es so langlebig. Unsere ein- und mehrreihigen Ketten und Clutches werden aus kambodschanischer Seide hergestellt – von Hand gewebt und gefärbt und fair gehandelt. Kambodscha blickt auf eine jahrhundertealte Tradition der Seidenherstellung zurück. Einer Legende zufolge begann die Seidenspinnerei in dem Königreich mit einer tragischen Geschichte: Ein Arzt kam nach Hause und sah, wie seine Frau Seidenfäden aus ihrem Mund heraus spann. Erstaunt sah er ihr heimlich dabei zu, wie sie ein ganzes Moskitonetz aus der Seide webte. Als die Frau bemerkte, dass ihr Mann ihr Geheimnis entdeckt hatte, rannte sie davon und brachte sich um. Sie wurde als Seidenraupe wiedergeboren. Auch der Arzt tötete sich aus Verzweiflung selbst und wurde als Moskito wiedergeboren. Dies ist der Grund dafür, dass Seidenraupen immer durch ein Netz vor Moskitos geschützt werden müssen, wenn sie die Blätter des Maulbeerbaumes fressen. So die Legende. Tatsache ist, dass Insekten gerade in Kambodscha nicht die einzigen Feinde der Seidenspinnerei sind.

Die Tradition der Seidenherstellung wurde von den Roten Khmer in den 70er Jahren fast völlig zerstört. In ihrem Wahn, einen maoistischen Bauernstaat zu errichten, zwangen die Kommunisten die Menschen zur Schwerstarbeit auf den Feldern und vernichteten die Handwerkskünste. Weberinnen wurden getötet, Webstühle zerstört, und nur noch wenige Frauen besaßen das Wissen, wie Seide hergestellt und gewebt wird. Projekte wie Tabitha haben dabei geholfen, diese Tradition wiederaufleben zu lassen.
Seide herzustellen ist echte Handarbeit. Gewonnen werden die Seidenfäden aus den Kokons der Seidenspinnerraupen, die sich von den Blättern des Maulbeerbaumes ernähren. Um die Fäden der getrockneten Kokons zu gewinnen, werden sie in heißem Wasser eingeweicht. An der Rohseide haftet noch eine Art Leim, der mit Seifenlösung entfernt wird. Durch diese Waschung erhält die Seide ihren besonderen Glanz. Die Fäden werden anschließend auf Haspeln gewickelt und getrocknet. Sie können bis zu anderthalb Kilometern lang werden. Seide lässt sich von allen Fasern am leichtesten und schönsten färben. Unsere Produkte – die ein- und mehrreihigen Ketten und Handtaschen - zeichnen sich durch ihre leuchtenden Farben und ihre weiche Oberfläche aus.

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Papier

Papier

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Die Geschichte zum Material


In Swasiland machen sich die Designer und Kunsthandwerker von Quazi Design eine besondere Art der Abfallverwertung zu Nutze: Das Upcyceln. Aus Magazinen, die nicht verkauft werden, stellen sie nicht wieder Papier, sondern hochwertigen Schmuck, Wohnaccessoires und sogar Bekleidung her.
Papier ist ein wertvoller Rohstoff, den wir jeden Tag benutzen – von Büchern und Zeitungen bis hin zu Klopapier, Taschentüchern und Küchenkrepp. In Deutschland wird im weltweiten Vergleich besonders viel verbraucht. Dafür müssen für jeden Deutschen im Schnitt in einem Jahr etwa drei Bäume gefällt werden.
Die Geschichte des Papiers reicht bis in die Zeit etwa 3000 Jahre v. Chr. zurück, als die alten Ägypter begannen, auf Papyrus zu schreiben. Dieser Rohstoff wurde aus der gleichnamigen Pflanze, einer Art Zypergras, gewonnen und gab dem Papier seinen Namen. Die Chinesen, die dann das eigentliche Papier vor etwa 2000 Jahren erfanden, stellten es aus einer Mischung verschiedener Naturmaterialien her: Seidenabfällen, Hanf, alten Lumpen und Fischnetz, ergänzt mit Baumrinde oder Bast des Maulbeerbaumes. Die Chinesen säuberten die Fasern, zerstampften, kochten und wässerten sie. Anschließend wurden sie mit einem Sieb abgeschöpft, getrocknet, gepresst und geglättet. Diese Erfindung gelangte erst mehrere Jahrhunderte später nach Europa. Im 19. Jahrhundert begann man dann damit zu experimentieren, Papier aus Holz herzustellen, was viel billiger war und die anderen Naturmaterialien immer mehr verdrängte.

Der steigende Papierverbrauch hatte zur Folge, dass weltweit immer mehr Bäume und komplette Wälder abgeholzt wurden. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte der Göttinger Universitätsprofessor Justus Claproth ein Verfahren, wie aus bedrucktem Papier die Druckerfarbe herausgewaschen und daraus neues Papier hergestellt werden kann. Was vor der Entdeckung des Recyclings Müll war, ist heute eine der wichtigsten Rohstoffquellen Europas. Mit einer Tonne recyceltem Papier kann man 17 Bäume retten, bis zu 900 Kubikmeter Wasser und fast 3000 Kilowattstunden Energie sparen. Oder man kann aus dem Altpapier hochwertigen Schmuck und andere Accessoires zaubern – wie die Frauen von Quazi Design. Sie schneiden die Zeitschriftenseiten zu und bearbeiten das Papier. Dabei falten oder rollen sie es oder stellen eine Papiermasse aus Zellstoff her, die nass geformt und dann in der Sonne getrocknet wird. Dabei kann das Papier je nach Bearbeitung eine ähnliche Beschaffenheit und Widerstandsfähigkeit wie Holz, Filz oder sogar Stein erhalten, ist aber sehr viel leichter. Die ursprüngliche Druckerfarbe wird dabei beibehalten, was dieser Handwerkskunst ihren besonderen Touch gibt. Nur einige wenige Stücke wie das goldene Armband werden zusätzlich eingefärbt und lackiert, damit sie der Trägerin oder auch dem Träger lange erhalten bleiben. Die Fertigung dieses Armbands – von der Auswahl des Papiers, dem Rollen, Lackieren und Zusammenfügen – dauert etwa anderthalb Stunden.

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Horn

Horn & Knochen

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Seit Anbeginn der Menschheit wurden Horn und Knochen zu Werkzeugen, Alltagsgegenständen oder Schmuck verarbeitet. Die Naturmaterialien waren für Jahrtausende die alltäglichen Begleiter des Menschen. Die fair gehandelten und fair produzierten Horn- und Knochenprodukte, die HUMMEL& WOLF vertreibt, sind aus den Hörnern und Beinknochen madagassischer Rinder gefertigt. In Madagaskar hat das Rind einen fast heiligen Status, es gibt auf der Insel mehr davon als Menschen. Es gilt dort zugleich als Nutztier, als Statussymbol, aber auch als Kultgegenstand. Es dient als Zahlungsmittel beim Brautkauf, sein Fleisch darf beim Festschmaus bei Beerdigungen keinesfalls fehlen und es wird bei Totenfeiern geopfert.
Hornwaren überzeugen durch ihre natürliche Eleganz und anders als Kunststoff liegen sie angenehm warm auf der Haut und sind feuchtigkeitsregulierend. Horn ist härter, dichter und verschleißfester als die meisten Holzarten und ist dennoch leichter. Es enthält keine allergenen Stoffe und ist daher ideal für Produkte, die auf der Haut getragen werden. Die natürliche Farbe der Hörner hängt von der Rinderrasse ab und davon, was die Tiere fressen – meist variieren die Hörner farblich von schwarz über

braunmeliert bis honiggelb oder fast transparent. Horn ist durch Handarbeit gut zu bearbeiten, aber das erfordert handwerkliche Erfahrung, ein Gefühl für dieses Material und ist sehr zeitaufwendig. Es kann gesägt und geschnitzt werden und bei Hitze verformt es sich. Da deshalb Hornprodukte vergleichsmäßig teuer sind, verschwanden sie als Alltagsprodukte fast völlig aus Europa. Knochen ist härter, spröder und schwerer als Horn und lässt sich nicht verformen. Es braucht deshalb besonderes Geschick, das Naturmaterial zuzuschneiden, man kann es aber gut schleifen und polieren. Knochen sind giftfrei, lebensmittelecht, anti-allergen und körperneutral.
Selbstverständlich stammt das madagassische Horn von Rindern, die nicht dem Artenschutz unterliegen und deren Bestand nicht bedroht ist. Für unsere Produkte wird kein Tier getötet, die kleinen Familienbetriebe, die den Schmuck produzieren, kaufen die Rohstoffe als Reste den Schlachthöfen ab. Die Armreifen aus Horn und Knochen, die HUMMEL&WOLF vertreibt, werden weder lackiert oder gelaugt noch anderweitig chemisch behandelt. Per Hand werden die Oberflächen geschliffen, poliert oder auch graviert.

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Tagua

Tagua

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Die Geschichte zum Material


Die Taguapalme wächst im südamerikanischen Regenwald. Berühmt geworden ist sie durch ihren Samen, die Taguanuss, die wegen ihrer Härte auch Steinnuss genannt wird. Pro Jahr trägt die Palme 20 bis 30 große Früchte, in denen sich jeweils mehrere Dutzende Samen verbergen. Diese haben die Größe einer Walnuss und enthalten direkt nach der Ernte noch eine milchige Flüssigkeit. Deshalb müssen die Taguasamen sechs bis zwölf Monate in der Sonne trocknen. Langsam verändert die Nuss dabei ihre weiße Farbe und wird elfenbeinfarben. Deshalb ist sie auch als „pflanzliches Elfenbein“ berühmt. Sie ist extrem robust und langlebig, aber gleichzeitig kompostierbar: Wird sie lang genug in Wasser eingeweicht, löst sie sich auf.
Die Taguanuss war in Deutschland bereits im 19. Jahrhundert ein heiß begehrtes Importgut. Tonnenweise wurden die Samen bis Ende der 30er Jahre hierher geliefert, um daraus Spielfiguren, Würfel und vor allem vor allem Knöpfe zu fertigen. Das änderte sich schlagartig, als in den 40er Jahren die synthetischen Materialien in Mode kamen. Natürliche Rohstoffe wie Tagua oder auch Baumwolle wurden durch künstliche und schneller zu produzierende Stoffe ersetzt.

Eine Konjunktur erlebte die Taguanuss dann mit dem aufkommenden Umweltbewusstsein in den 70er Jahren. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften und des weltweiten Elfenbein-Verbots wurde der tropische Palmensamen wiederentdeckt. Heute werden aus dem edel anmutenden Material Figuren geschnitzt und aus gefärbter oder naturbelassener Taguanuss vor allem Schmuckstücke hergestellt.
Anders als beim Elfenbein, dessen Begehrtheit den Bestand an Elefanten drastisch geschrumpft hat, hilft die große Nachfrage nach der Taguanuss, den tropischem Regenwald zu erhalten. Die Samen werden mit der Machete geerntet, dabei bleiben die Palmen unversehrt. Und dort, wo die Einheimischen Tagua als wertvolles Naturmaterial und Einkommensquelle entdeckt haben, wird die Palme gehegt und gepflegt, damit die nächste Ernte reichlich ausfällt. Und ungewöhnlich, aber sehr im Sinne des Fairtrade-Gedankens: Bei der Bearbeitung der Taguanuss zu kostbarem Schmuck hat die Handarbeit die maschinelle Fertigung abgelöst. Wurden früher die Knöpfe industriell hergestellt, können die Schnitzfiguren und Schmuckstücke heute nur per Hand und mit viel Geschick und Erfahrung angefertigt werden.

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Chirilla

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Chirilla ist der Samen der Canna-Blume – einer Tropenschönheit, die leuchtend und farbenprächtig blüht. Die Pflanze stammt aus Südamerika und weil die Europäer bei der Entdeckung des Kontinents dachten, sie seien in West-Indien, heißt die Blume bis heute auch „indisches Blumenrohr“.
Ihre Früchte sind Kapseln mit einer weich-stachligen Oberfläche. Unter ihr verstecken sich zwischen 5 und 25 Samen, sie sind kugelig und mittel- bis dunkelbraun. Durch ihre robuste, steinharte Beschaffenheit eigenen sie sich wunderbar als Perlen. In tropischen Ländern wie Kolumbien färben Kunsthandwerker die Perlen ein und durchbohren sie, um sie zu Halsketten, Armbändern und anderen Schmuckstücken aufzufädeln.

In asiatischen, buddhistischen Ländern werden daraus religiöse Rosenkränze gefertigt. Auch Rasseln werden gern mit den harten Perlen gefüllt. Das Besondere an den Samen: Je älter sie auch werden, sie wiegen immer das Gleiche. Die Inka haben sie deshalb als Gewichte benutzt, um Gold zu wiegen.
Die Chirillasamen sind unglaublich resistent und sehr langlebig. Bei einer Ausgrabung in Südamerika sollen Forscher vor ein paar Jahren einige Samenkerne als Beigabe in einem Grab gefunden haben, das mehr als 600 Jahre alt war. Als die Jahrhunderte alten Samen wieder in die Erde gesetzt wurden, wuchsen daraus wieder junge Canna-Pflanzen.
Unser Produkt aus diesem Material – das Armband aus türkisen Chirillasamen – fällt durch seine leuchtenden Farben und die Leichtigkeit der Perlen auf.

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Glas

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Das Glas hat nicht der Mensch, sondern die Natur erfunden. Bevor wir vor mehreren Tausend Jahren herausfanden wie es gemacht wird, brachte es die Natur hervor, wenn zum Beispiel Vulkane ausbrachen oder der Blitz über sandigem Boden einschlug. Wenn Quarzsand schmolz, entstand Glas. Da das Material anders als Kristalle keinen genauen Schmelzpunkt besitzt, wird es bei Erwärmung erst weich und lässt sich gut verformen.
Es gibt unzählige, verschiedene Glassorten. Eine besonders von Architekten, Designern und Künstlern gern verwendete, ist das dichroitische Glas. Es hat die außergewöhnliche Eigenschaft, je nach Blickwinkel und Sonneneinstrahlung

die Farben zu wechseln. Man findet Dicroglas manchmal in Türen, Fassaden oder Kunstelementen in der Architektur. Und es wird zur Schmuckherstellung benutzt wie von dem chilenischen Fair-Trade-Unternehmen Calypso.
Das Glas wird auch für die Raumfahrttechnik genutzt und Calypso kauft es als Restmaterial aus den USA. Die chilenischen Kunsthandwerker verarbeiten es in hauchdünnen Schichten und schmelzen es zusammen mit Recyclingglas in einem Handofen bei 540 bis 650 °C. Der Schmelzvorgang dauert zwischen 15 und 20 Minuten. Die fertigen Glassteine werden wie bei unseren Ohrringen dann in Silber eingefasst.

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Upcycling

Upcycling

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Wir verkaufen Upcycling-Produkte nicht, weil es gerade im Trend liegt. Wir verkaufen sie, weil derzeit jeder Deutsche pro Jahr fast eine Tonne Abfall in seinen Hausmüll wirft. Wir verkaufen sie, weil es sinnvoll, zukunftsfähig und innovativ ist, diesem Wegwerfwahn etwas entgegenzusetzen und das zu nutzen, was schon da ist. Und wir verkaufen sie, weil aus Dingen, die sonst auf der Müllkippe landen, ungeahnt schöne und überraschend hochwertige Produkte entstehen können. Durch Upcyceln werden anders als beim Recyceln aus Müll und Resten völlig neue Produkte gefertigt. Sie werden aufgewertet, quasi veredelt. Es müssen weniger neue Rohmaterialien produziert werden und damit wird die Umwelt geschont.
Die Auswahl an Upcycling-Rohstoffen ist schier unbegrenzt: von Papier über Autoreifen bis hin zu Tetrapacks. Wir haben bei unserer Auswahl vor allem auf das Design und die Qualität geachtet. Die meisten unserer Produkte kommen aus Swaziland von dem Fairtrade-Unternehmen Quazi Design. Die Kunsthandwerkerinnen kaufen Restauflagen von Zeitschriften auf und fertigen

daraus ausgefallenen Schmuck. Teilweise kombinieren sie das Altpapier mit recyceltem Glas – damit arbeitet auch unser kleiner Familienbetrieb Calypso aus Chile. Aus Brasilien dagegen kommen unsere ungewöhnlichsten Ketten: Was auf den ersten Blick wie ein elegantes Collier aussieht, entpuppt sich beim ganz genauen Hinsehen als verarbeitete Dosenverschlüsse. Ungewöhnlich leicht trägt sich der graue Armreif aus Madagaskar, niemand kommt darauf, welches Material dafür verwendet wurde: Rinderhörner, die in Schlachthäusern übrig geblieben sind!
Alle Produkte haben gemeinsam, dass sie mit viel Fantasie entwickelt und unglaublichem handwerklichen Geschick gefertigt wurden. Während sich Upcycling bei uns als Gegentrend zur Ressourcenverschwendung entwickelt, ist es bei den Menschen, mit denen wir weltweit kooperieren, vor allem aus der Not heraus entstanden: Sie können sich keine hochwertigen Materialien wie z.B. Edelmetalle leisten. Aber sie haben kreative Ideen und so entstehen aus Abfällen und Resten die ungewöhnlichsten Produkte. Wer kann schon über seine Kette sagen: „Dieses Schmuckstück war einmal ein Magazin!“.

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Acai

Açai

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Amerikanische Surfer, die die Açaí-Beere als Energiequelle aus dem Brasilien-Urlaub mit nach Hause brachten und Oprah Winfrey, die sie in ihrer Show als "Super Berry" und Anti-Aging-Waffe feierte, verschafften der Beere ihrem Ruhm als Wundermittel gegen Fettpolster, Falten und Müdigkeit. Seit einigen Jahren ist sie ein Exportschlager der Insel Marajó im nördlichen Amazonasgebiet Brasiliens und sichert der Bevölkerung ihr Überleben.
Während sich die Experten uneins sind, was die Beere nun wirklich alles bewirken kann, sind die Verwendungsmöglichkeiten der Açaí-Palme auf der Insel schon seit Jahrtausenden bekannt – dort wächst die Palme wild in den Tiefen des Regenwaldes und hat einer traurigen Legende nach schon vor Jahrtausenden der Bevölkerung beim Überleben geholfen:

Bei einem indigenen Stamm war die Hungersnot ausgebrochen, so dass der Häuptling befahl, alle Neugeborenen zu opfern. Auch als seine geliebte Tochter Iaca ein Kind gebar, ließ er sich nicht erweichen und auch sein Enkel musste sterben. Die Häuptlings-Tochter weinte und betete jede Nacht, dass die Hungersnot und damit das Sterben der Babys endlich aufhören sollen. Eines Nachts hörte sie ihr Kind weinen, lief hinaus und sah es unter einer Palme liegen. Als die Erscheinung verschwand, starb sie an gebrochenem Herzen, ihre Arme um den Baum geschlungen. So entdeckte der Stamm die essbaren Beeren der Palme und musste nie wieder hungern. Der Häuptling nannte daraufhin die Beeren Açaí, der Name seiner Tochter rückwärts gelesen.

Bis heute ist die Wunderbeere das Grundnahrungsmittel Nummer 1 auf der großen Flussinsel. Die reife Schale der anfangs roten, später dunkelvioletten Beeren kommt als Püree auf den Tisch. Es schmeckt wie eine Mischung aus Rotwein und Kakao.

Und die bis zu 20 Meter hohe Palme kann noch viel mehr: Mit ihren Blättern werden Dächer gedeckt, aus den Fasern des Baumes werden Körben geflochten und die Kerne in aufwendiger Handarbeit zu Schmuck verarbeitet.

Von den Wunderwirkungen der Beere hörte man außerhalb des nördlichen Amazonasgebietes erst vor einigen Jahren. Das Zauberwort heißt Antioxidantien – das sind sogenannte Radikalfänger, von denen Açaí besonders viele besitzt. Sie neutralisieren aggressive freie Radikale, die durch Stress, Sonne und andere Belastungen der Umwelt entstehen und unser Immunsystem stören. Diese Radikalfänger können den Alterungsprozess verlangsamen und schützen vor Krebs. Zudem sind die Açaí-Beeren reich an Vitaminen, an Calcium, Kalium, Magnesium sowie Eisen. Sie liefern siebenmal mehr Energie als Milch. Und mit ihren hochwertigen pflanzlichen Fetten, die in ihrer Zusammensetzung dem Olivenöl ähneln, schützen sie Herz und Kreislauf.

Die Samen, aus denen Kunsthandwerker wie Dona Celeste filigrane Perlenketten herstellt, sind Abfallprodukte, die bei der Produktion des Açaí-Pürees entstehen. Die Açaí-Palme ist eine im Amazonas-Regenwald weit verbreitete Pflanze, die dabei hilft, den Regenwald zu erhalten. Verschiedene Umweltschutzorganisationen fördern mit Projekten die Gewinnung der Frucht, um so der Bevölkerung eine alternative Einnahmequelle zu bieten und die Abholzung weiterer Urwaldflächen zu vermeiden.

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Baumwolle

Baumwolle

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Die Geschichte zum Material


Die Baumwolle ist die Königin unter den Naturfasern und wie es sich für eine Königin ziemt, blickt sie auf eine lange Geschichte zurück, zu der auch eine Menge Eroberungen und Kriege gehören. Seit Tausenden von Jahren schon kultivieren Menschen diesen wertvollen Rohstoff, um ihn zu Kleidung und Accessoires zu verarbeiten. Entdeckt und hergestellt wurde Baumwolle erstmals in Indien, dem heutigen Pakistan sowie in Peru und Mexiko. Über die Seidenstraße gelangte sie neben der teuren Seide schon in frühester Zeit auch in den Mittelmeerraum und auch durch die Seefahrer auf Entdeckungs- und Eroberungsreisen wurde die Baumwolle im Mittelalter überall in Europa bekannt. Der begehrte Rohstoff spielte in der industriellen Revolution in Großbritannien, im europäischen Imperialismus und der Sklaverei in Amerika eine Schlüsselrolle. In Deutschland gewann die Naturfaser ab dem 19. Jahrhundert an Bedeutung.
Heute wird Baumwolle in rund 80 Ländern der Welt angebaut, hauptsächlich in Indien, China und den USA. Sie gehört nach den synthetischen Fasern zur wirtschaftlich bedeutendsten Pflanzenfaser weltweit; ihr Anteil am Weltfasermarkt beträgt rund 30 Prozent.

Hundert Meter Garn lassen sich aus einem Gramm Baumwolle spinnen – die Herstellung dauert eine ganze Woche. Sind die weißen Wattebüschel geerntet, müssen die Fasern von der Kapsel und den restlichen Samen getrennt werden, um zu einem hauchdünnen Teppich und danach zu einem watteartigen Faden gedreht zu werden. Die Baumwollstränge werden immer wieder miteinander vermischt, in die Länge gezogen und erneut zu einem einzelnen Faden gedreht. Zwischendurch wird die Baumwolle gekämmt: Kleine Metallborsten entfernen die kurzen Fasern, denn je langfaseriger die Baumwolle ist, umso feiner wird auch das Garn. Die endgültige Stärke erreicht der Faden dann durch das Zwirnen in der Spinnerei.
Diese Vielseitigkeit zeigt sich auch in unseren ganz unterschiedlichen Produkten aus Baumwolle. Ihre Robustheit macht sie zu einer alltäglichen Begleiterin in Taschenform – ob als Clutch, Umhängetasche oder Laptoptasche. Und sie lässt sich außerordentlich gut färben wie etwa bei unseren bestickten Kugelketten oder den bunten brasilianischen Stoffketten, die sich auch noch wunderbar weich auf der Haut tragen. Ein Material also, das nie Langeweile aufkommen lässt.

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Leder

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Die Geschichte zum Material


Der Ausspruch „Das geht auf keine Kuhhaut“ reicht in die Zeiten des Altertums zurück, als man noch auf Pergament schrieb – einem Stoff aus behandelter Tierhaut. Man wollte damit sagen, dass eine Geschichte so umfangreich sei, dass noch nicht einmal die Größe einer Kuhhaut dafür ausreiche, um sie niederzuschreiben. Leder war schon in der Steinzeit ein wertvolles Naturmaterial, es wurden daraus schützende Kleidung und wärmende Felle für Behausungen hergestellt. In frischem Zustand sind Tierhäute nicht haltbar, denn sie verfaulen. Und auch das Trocknen macht sie unbrauchbar, sie werden steinhart und brüchig. Tierhäute zu konservieren und zu gerben gehört deshalb mit zu den ältesten Handwerkskünsten der Menschheit. Bei den ersten Gerbverfahren räucherten unsere Vorfahren vor Tausenden von Jahren ihre Felle am offenen Feuer, kauten sie anschließend gut durch und konservierten sie damit auf natürliche Weise.
Die traditionellen Gerbverfahren überdauerten viele Jahrhunderte bis Mitte des 19. Jahrhunderts die chemische Industrie die Zunft revolutionierte. Beim Gerben mit Chemikalien wird mit Hilfe von bestimmten Gerbstoffen das in der Haut befindliche Eiweiß fixiert und vernetzt, sodass festes und weiches Leder entsteht, das dann eingefärbt, gefettet und imprägniert wird. Pergament dagegen ist das Ergebnis einer Konservierung ohne Gerbstoffe, es ist hart, hornartig und durchscheinend.

Bei den verschiedenen Herstellungsschritten wie dem Gerben und Färben fallen Abwässer an, die zum Teil hoch belastet sind. Táabal verwendet für seine hochwertigen Taschen und Gürtel Rindsleder. Die Tiere werden nicht eigens zu diesem Zweck gezüchtet, sondern die Häute fallen als Nebenprodukt bei der Fleischproduktion im Süden der USA ab. Alle Gerbereien, mit denen Táabal zusammenarbeitet, richten sich nach den internationalen Forderungen für die Beseitigung giftiger Abfälle wie an die europäische REACH-Verordnung. Dieses 2006 von der EU verabschiedete Gesetz soll krebserregende und erbgutschädigende Chemikalien aus der Umwelt verschwinden lassen und will die sichere Anwendung von Chemikalien erreichen. So darf zum Beispiel das beim Gerben oft eingesetzte Chrom nur bis zu einem vorgeschriebenen Maß verwendet werden. Der Lederhersteller hat durch das Gesetz außerdem die Pflicht, die Angaben seines Chemikalienlieferanten zu überprüfen und sicherzugehen, dass dieser die vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen bei der Benutzung bestimmter Giftstoffe einhält. Neu ist durch das Gesetz auch, dass der Produzent seine Kunden über bestimmte, giftige Stoffe in den erzeugten Produkten informieren muss.
Die Lederprodukte aus unserem Sortiment – zeichnen sich durch ihre Geschmeidigkeit und Strapazierfähigkeit aus.

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